"HÖLLENFAHRT" - ODER: "MEDIENBRÜCHE" ALS CHANCE UND WEG IN DER ENTWICKLUNG DES AUDIO-RUNDFUNKS

Seminar (https://www.medienwissenschaft.tu-berlin.de/fileadmin/fg269/Studiengang/Dokumente/KVV-WiSe-2018-19_final.pdf)

 

Prof. em. Dr. Friedrich Knilli // Dr. Marduk Buscher M.A.
E-Learning-Kurs
Einführung:
Fr. 19.10.2018, 16 Uhr
Raum H 3008

 

Die Teilnehmenden erarbeiten auf Basis einer noch unveröffentlichten Untersuchung zum Selbstverständnis des Rundfunkpioniers Fritz Walter Bischoff (gen. "Friedrich") sowie dem Hörfunk-Feature "Höllenfahrt" von Friedrich Knilli selbständig Thesen zur crossmedialen Wechselwirkung zwischen:


- Schaubühne und Hörkunst (Bertolt Brecht - Fritz Walter Bischoff, Schlesische Funkstunde)

- Hörspiel und Fernsehspiel (Friedrich Bischoff, Südwestfunk)

- Hörfunk-Feature und Internet (Friedrich Knilli)


Eine Diskussion und gegenseitige Bewertung der Referate findet online in einer geschlossenen Facebook-Gruppe statt, zu welcher die Teilnehmer/innen sich anmelden müssen.


Das Seminar wird nach einem Blockseminar in Berlin komplett online durchgeführt (wie schon analog im SS 2012 und WS 2012/2013 und SS 2014) und wird von Prof. em. Friedrich Knilli zusammen mit Dr. Marduk Buscher geleitet.


Anmeldung zur Gruppenarbeit unter

www.facebook.com/groups/Friedrich.Bischoff/

erbeten!

Rückfragen per Mail an friedrichknilli@gmx.de und/oder an info@ifam-berlin.de.

Einführung in das Thema:


Prof. em. Dr. Friedrich Knilli / Dr. Marduk Buscher M.A.
"Höllenfahrt"


Das gleichnamige Radiolehrstück von Deutschlandfunk Kultur über deutschnationale Terroristen und deren Opfer bietet einen neuen Zugang zu historischen Geschehnissen.
Die öffentlichen Diskussion der Ursendung des Features fand am 30. Juni 2018 im Raum MAR 0.011 der TU statt. Die erste öffentliche Diskussion in Österreich am 5. November im Kulturzentrum bei den Minoriten in Graz, verbunden mit Feldversuchen in Arnfels und im KZ Buchenwald, das Radio mit dem Highspeed-Internet zu verlinken. Es ist der Versuch, der nationalsozialistischen "Achse Berlin ? Wien" eine "digitale Widerstandsachse Berlin ? Graz" entgegenzusetzen, die auch gegen künftige Anfechtungen gewappnet ist.
Zeitgleich wird in Berlin eine geschlossenen Facebook-Gruppe statt, zu welcher die Teilnehmer/innen sich anmelden müssen (s.o.).


Die Ergebnisse dieser österreichischen Experimente werden im WS 2018/2019 im Fach Medienwissenschaft an der TUB theorie-historisch ausgewertet. Denn die Höllenfahrt steht in der Tradition der von Friedrich Bischoff in den 20er Jahren entwickelten Montagetechnik für Radiokunstwerke. Dazu ließ er von seinem technischen Mitarbeiter ein Potentiometer entwickeln, mit dessen Hilfe diskrete Übergänge zwischen unterschiedlichen Audiospuren möglich wurden. So realisiert er im linearen Medium Hörfunk konnotative Verweise zwischen unterschiedlichen Wirklichkeitsbereichen, die ergänzend oder kontrastierend montiert werden konnten und somit Aussagen auf einer Metaebene zuließen.
Das Radio-Feature "Höllenfahrt" geht darüber hinaus, denn es ist wird durch Hypertext-Verweise im Internet verknüpft. Solche Verweise können erklärenden, vertiefenden, widersprechenden oder ganz allgemein relativierenden Charakter haben. Vom konkreten Beispiel ausgehend, sollen künftige Entwicklungen crossmedialer Artefakte untersucht werden.
Schöpft man alle technischen und konzeptionellen Ressourcen aus, so kann ein Internet-Angebot nämlich schon heute personalisierte Inhalte beinhalten, durch die jeder einzelne Rezipient ein völlig einmaliges, dynamisch erzeugtes Produkt angeboten bekommt. Das Artefakt erhält dadurch im höchsten Maße einen "realistischen" Charakter, weil Produktion und Rezeption des Mediums in Echtzeit die selektive und perspektivische Wirklichkeitswahrnehmung des Menschen reproduzieren. Weltanschauliche Blasen und Echo-Räume können so aber auch entstehen. Über die Auswirkungen solcher Techniken auf die Demokratie wird ebenfalls zu sprechen sein.


Wegen der starken thematischen Bindung an die Stadt Graz laden das Institut für angewandte Medienwissenschaft Berlin (www.ifam-berlin.de) und das Kulturzentrum der Minoriten in Graz als Partner der TU Berlin Studierende in Graz (und weltweit) ein, virtuell das Seminar zu begleiten. Eine Teilnahme an dem Blockseminar in Berlin ist bei vorheriger Anmeldung dann nicht notwendig.

Die Leistungserbringung erfolgt durch die Übernahme eines schriftlichen Referates mit anschließender Benotung.


Am 12.10.2018 fand im Museum Tinguely in Basel bereits eine Präsentation von Prof. em. Dr. Friedrich Knilli zu seinem Hörfunk-Feature "Höllenfahrt" statt, deren Ablauf Sie unter dem untenstehenden Link zusammengefaßt finden: